Season-trader

Marktradar vom 22. Juli 2024

Marktradar vom Montag, 22. Juli 2024



Innere Rotation oder Trendwechsel im Gesamtmarkt ?

 

Seit Donnerstag, 11. Juli können wir eine innere Rotation an den US-Börsen beobachten, die Anleger dazu veranlasst hat, bei in diesem Jahr gut gelaufenen Aktien aus den Bereichen Software, Semiconductor und Internet Gewinne mitzunehmen – insbesondere wenn diese dank dem Megatrend Künstlicher Intelligenz nach oben geschossen sind. 

Damit geht aber keine Trendwende im Gesamtmarkt einher – zumindest vermittelt uns das die von der CBOE gemessene Put-Call Ratio. 

Außerdem signalisieren zwei Wirtschaftsindikatoren eine robuste US-Wirtschaft und säen damit Zweifel an einer baldigen Zinssenkung.

Wie wir das alles jetzt einordnen, und welche Meinung wir dabei vertreten, wollen wir nun näher ausführen.

Eigentlich sehen wir momentan Anzeichen dafür, dass viele US-Aktien in Kürze deutlich ansteigen werden, also neue Allzeithochs erreichen werden – wohlgemerkt: wir reden von US-Aktien, nicht von US-Aktienindizes. 

Eigentlich ist sogar das Gegenteil von einer Trendwende im Gesamtmarkt der Fall. Wir sehen nämlich so etwas wie einen Trendwechsel im Trend, auf den die Stockpicker unter den Portfoliomanagern schon lange sehnsüchtig gewartet haben: Endlich können diese mit Diversifikation wieder den Gesamtmarkt schlagen. 

Also kein Zeitpunkt, um nun Aktien den Rücken zu kehren ?

Scott Rubens, taktischer Aktienstratege bei Goldmann Sachs, sieht das anders: Denn der Mittwoch in der Mitte vom Juli, in diesem Jahr war das der 17. Juli, hat historisch gesehen einen Wendepunkt für die Renditen der großen US-Aktienindizes markiert. Scott Rubens verweist auf Daten, die bis in das Jahr 1928 zurückreichen. Und was folgt, sagt er, sei der August – normalerweise der schlechteste Monat, weil es hier oft Abflüsse aus passiven Aktien- und Investmentfonds gibt. 

Aufgrund schwacher Saisonalität, überzogener Positionierung und all der guten Nachrichten, die bereits eingepreist sind, stehen die großen US-Aktienindizes am Rande einer Sommerkorrektur. 

“Ab hier geht es nicht mehr nach oben“, schrieb Scott Rubner am 17. Juli in einer Mitteilung an seine Kunden. Die Warnungen vor den Rückgängen kommen, nachdem der S&P 500 im Jahr 2024 bereits 38 neue Allzeithochs erreicht hat, was ihn anfällig für negative Schlagzeilen macht.

Aber die meisten Aktien im S&P 500, etwa 493 an der Zahl, können keine sonderlich gute Performance in diesem Jahr vorweisen. Ein S&P 493, also der Index ohne die sogenannten “Maginficient 7 Stocks”, hätte nicht von Allzeithoch zu Allzeithoch laufen können. Die 38 Allzeithochs in diesem Jahr gehen vornehmlich auf das Konto von Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia, Tesla, die im S&P 500 zusammen auf eine Gewichtung von fast 32 % kommen. 

Statt der vielbeschworenen glorreichen Sieben stehen seit dem 11. Juli auf der Kaufliste einerseits zyklische Aktien aus dem Industrie-, Hausbau- und REITS-Sektor, andererseits latent defensive Branchen wie Healthcare oder Basiskonsumgüter. Viele Aktien aus dem Bereich Finanzen (Regionalbanken, Vermögensverwalter, Private Equity-Gesellschaften) gehören ebenfalls seit dem 11. Juli zu den “neuen Favoriten” am Markt.

Außerdem entwickeln sich Small- und Midcaps seit dem 11. Juli hervorragend, beendeten zugegebenermaßen die Aufhol-Rallye aber recht abrupt am Mittwoch, 17. Juli.

Am Mittwoch, 17. Juli gerieten vor allem Aktien aus dem Bereich Semiconductor und alles, was mit KI zu tun hat, wiederholt unter Verkaufsdruck. Dabei sahen wir am Donnerstag und Freitag, dass die zurückgewonnene Marktbreite ein bisschen zu schwächeln begann, denn am Donnerstag und Freitag wurde auch bei den Small- und Midcaps Kasse gemacht: der ETF auf den Russell 2000 (IWM) verlor in den letzten zwei Handelstagen 2,4 %, während Aktien aus dem S&P 500 nur um 1,5 % nachgaben. 

Dennoch ist die Divergenz hinsichtlich der Performance zwischen den Aktien aus dem Russell 2000 (IWM) und den beiden großen US-Aktienindizes S&P 500 (SPY) und Nasdaq 100 (QQQ) seit dem 11. Juli außerordentlich groß und grenzt schon an ein historisches Ereignis:

 

Seit dem 11. Juli entwickelten sich die drei großen US-Aktien-ETFs nämlich wie folgt:

 

Russell 2000 (IWM): +6,6 %

S&P 500 (SPY): -2,2 %

Nasdaq 100 (QQQ): -5,5 %

 

Warum verstärkt sich der Abwärtsdruck seit Mittwoch bei Technologieaktien ?

Zunächst sorgte am Mittwoch für schlechte Stimmung in der Semiconductor-Branche die Meldung, dass die noch amtierende Biden-Regierung erwägt, die Beschränkungen für Chip-Exporte nach China zu verschärfen. Die Vereinigten Staaten verbieten bereits den Verkauf von High-End-Chips an China, sofern sie eine gewisse Leistungsschwelle überschreiten.

Kurz darauf sorgte Donald Trump für noch mehr Missmut in der Semiconductor-Branche. Donald Trump hat sich in einem Interview für den Fall seiner Wiederwahl als US-Präsident für eine härtere Gangart gegenüber Taiwan und Europa ausgesprochen. In einem Interview gegenüber Bloomberg erwähnte er in Bezug auf Taiwan, dass die USA für Taiwan eine Versicherungsgesellschaft darstellen, nur dass Taiwan die USA für Leistungen im Schadenfall (hier im Angriffsfall) nicht bezahlt. Taiwan sollte vielmehr die USA für die Verteidigung ihres Landes bezahlen. 

Solche harschen Töne aus dem Mund des womöglich nächsten US-Präsidenten stehen im krassen Gegensatz zu dem, wie Joe Biden das Thema Taiwan bisher angegangen hat. 

Immerhin werden die USA und auch Europa immer noch vornehmlich aus Taiwan mit Halbleitern beliefert – da lassen solche großspurigen Töne von Donald Trump in der verarbeitenden Elektronik-Industrie bei manchem CEO den Angstschweiß von der Stirn den Nacken herunterrinnen.

 

Die Halbleiterproduktion in Taiwan floriert ungebrochen

Am Donnerstag, 18. Juli meldete Taiwan Semiconductor (TSM) ordentliche Quartalsergebnisse, die sowohl bei Umsatz und Gewinn rück- als auch ausblickend über den Schätzungen lagen – wenn auch nur leicht. Nach den relativ schwachen Zahlen, die ASML am Mittwochvormittag präsentiert hat, hätten die Quartalszahlen von Taiwan Semiconductor tags darauf eigentlich einen Rebound bei Semiconductor-Aktien bewirken können. Die Worte Trumps führten jedoch dazu, dass die TSM-Aktie nahezu unverändert gegenüber dem Vortag schloss und am Freitag während des US-Handels dann sogar verkauft wurde und auf einem 5-Wochen-Tief schloss.

Andere Aktien aus dem Semiconductor-Bereich verloren seit Mittwoch zweistellig.

So verlor Advanced Micro Devices (AMD) in den letzten drei Handelstagen fast 15 % an Wert.

Marvell Technology (MRVL) verlor in den letzten drei Handelstagen 12 % an Wert.

Micron Technology (MU) wurde auch in Sippenhaft genommen und verlor in den letzten drei Handelstagen etwa 10 % an Wert.

Trotz des Ausverkaufs bei zuletzt gut gelaufenen Aktien hat sich die Marktbreite gegenüber der Zeit vor dem 11. Juli deutlich verbessert. Vom 11. bis zum 17. Juli sahen wir an der New York Stock Exchange und an der Nasdaq fast täglich etwa 300 neue Hochs, während die neuen Tiefs zu zählen meist nicht lohnte, da das Ergebnis Werte von um die 10 brachte.

Das ist eigentlich ein sehr bullisches Szenario, weil sich nun durch die gestiegene Marktbreite viele neue Chancen für Portfoliomanager ergeben – statt sich einem Klumpenrisiko mittels KI-Aktien auszusetzen, kann Diversifikation in Portfolios nun endlich wieder einen Mehrwert liefern.

Daher verwundert es auch nicht, dass die an der CBOE gemessene Put-Call-Ratio den gesamten Freitag über weit unter 1 lag, was bedeutet, dass laufend immer noch mehr Long Calls als Short Calls auf den S&P 500 gekauft werden. Die Portfoliomanager sahen bis Freitag keinen Anlass, ihre Aktiendepots mit Put-Optionen auf den S&P 500 absichern zu müssen. 

Auch ein solch klares Nein zum Hedgen spricht dafür, dass wir keine Trendwende bekommen, nur eine innere Rotation.



Sentiment wird nach Hochpunkt in der nächsten Woche abkühlen

Die Stimmung bei den Privatanlegern erreichte bei der Umfrage von der American Association of Individual Investors (AAII) mit 52,7 % bei den Kaufwilligen den höchsten Wert in diesem Jahr – allerdings wurde die Umfrage am Dienstagabend beendet, so dass das Ergebnis den drei schwachen Handelstagen danach keinen Tribut mehr zollen konnte. Einen höheren Wert als 52,7 % Bullen gab es zuletzt am 21. Dezember 2023.

Wir können aber nun schon voraussehen, dass dieser hohe Wert bei der nächsten Sentiment-Veröffentlichung von AAII, die am 24. Juli erscheinen wird, nicht gehalten werden kann. Zumindest die Stimmung der Growth-Investoren und der KI-Optimisten dürfte spätestens seit Mittwoch deutlich gekippt haben.

 

KI-Skepsis erreicht nun auch die Aktienanalysten

Untermauert wird die Skepsis für KI-Aktien durch eine weitere aktuelle Studie von Goldman Sachs. 

In einem Bericht warnt Goldman Sachs davor, dass die Anlegerstimmung gegenüber KI-Aktien negativ werden könnte. Die Experten bezweifeln, dass KI kritische Geschäftsprobleme lösen und Unternehmen eine Rendite auf ihre Investitionen bringen wird.

Microsoft fährt beispielsweise mit seinem KI-Bot Copilot Monat für Monat Verluste von 30 Mio. US-Dollar ein. Teure Hardware und immenser Energieaufwand verursachen gewaltige Kosten. 

Ob der Nutzen für den Internet-User in absehbarer Zeit so groß sein wird, dass er bereit sein wird, für die Dienste entsprechend zu zahlen, bezweifeln einige der von Goldman Sachs befragten Experten. 

Der an der Studie beteiligte MIT-Ökonom Daron Acemoğlu hält den Zuwachs an Produktivität durch KI jedenfalls für begrenzt. Auf Basis derzeitiger KI-Modelle seien Steigerungen von bestenfalls 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts möglich. Zudem sei fraglich, ob die technologische Entwicklung tatsächlich so schnell vorangehe wie von vielen erwartet. Bislang seien die Sprachmodelle lediglich in der Lage, über die algorithmisierte Annahme von Wahrscheinlichkeiten das nächste Wort in einem Satz vorherzusagen. Der Sprung zu einer echten künstlichen Intelligenz, die über die menschliche Stimme vermittelbare Nuancen wie Ironie oder scherzhaftes Argumentieren in Schlussfolgerungen einzubeziehen vermag, sei wohl nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erwarten, glaubt Daron Acemoğlu. 

Der Finanzanalyst Jim Covello schließt sich der Skepsis an und erklärt: “KI-Technologie ist außerordentlich teuer, und um diesen Aufwand zu rechtfertigen, müsste die Technologie in der Lage sein, komplexe Probleme zu lösen.” Dafür wird sie aber gar nicht gemacht – sie soll in vielen Fällen wohl nur die menschliche Stimme kostengünstig vertreten und den Kunden weder zu mehr Käufen im Netz animieren noch einen vollständigen Ersatz für ein Gespräch mit einem Menschen zwecks Lösung komplexer Fragestellungen liefern.

Außerdem gibt es noch ein Problem mit den hohen Energiekosten, warnen die Goldman-Sachs-Analysten Kash Rangan und Eric Sheridan. 

Beide IT-Spezialisten merken zudem an, die „Killer-Applikation“, die aus dem KI-Hype ein neues disruptives Geschäftsmodell erwachsen lasse, gibt es bislang noch nicht – auch wenn der disruptive Charakter der KI von so manchen Analysten bereits als gegeben prognostiziert wird.

Wir setzen jedoch darauf, dass Uber Technology (UBER; Marktkapitalisierung: 140 Mrd. US-Dollar) eine solche Super-App schaffen kann, die den weltweiten Transport von Menschen und Waren in einer App bündeln könnte. Eine solche hätte durchaus disruptiven Charakter auf zum Beispiel lokal ausgerichtete Bestellservices für Transportdienstleistungen.

In Kasachstan gibt es mit der App Kaspi.kz eine solche Superanwendung bereits. Das börsennotierte Unternehmen Kaspi.kz (WKN: A2QD9Y; Marktkapitalisierung: 26 Mrd. US-Dollar) bündelt mit seiner Super-App eine Vielzahl von Diensten für den täglichen Bedarf. Mehr als 13 Millionen Kunden tätigen auf dieser Super-App Zahlungen und Einkäufe, verwalten persönliche Finanzen und sammeln Boni, können sogar Berhördengänge über die App auf dem Sofa erledigen.

Meta Platforms plant aktuell, den Messenger-Dienst WhatsApp als solche Super-App zu erweitern. Seine Vision stellte Zuckerberg auf der Meta Conversations-Konferenz Anfang Juni in Sao Paulo vor. So kann aus der bisher kaum monetarisierten App ein neuer Vertriebskanal für Unternehmen werden – ähnlich wie es Facebook oder Instagram geworden sind. Dank verifizierter Accounts und KI-Agenten kann WhatsApp seinen Usern mit gezielter Werbung nerven beziehungsweise auch mal animieren, der Lockung zu folgen. Nutzer sollen bald über WhatsApp Produkte kaufen, mit Unternehmen oder Behörden kommunizieren und Waren direkt beim Kundendienst bestellen können. Ein Pilotprojekt läuft aktuell in Brasilien an. Einige Experten sind der Ansicht, dass vor allem bei der Bevölkerung von Schwellenländern so eine Super-App angenommen wird, weil der Vorteil einer praktikablen Nutzung dort weniger regulatorischen Hindernissen und datenschutzrechtlichen Bedenken ausgesetzt ist, einfach weil es keine Ministerien dafür gibt.

Goldman Sachs vergleicht die aktuelle KI-Blase mit der Dotcom-Blase, merkt jedoch an, dass viele Unternehmen heute besser kapitalisiert seien – auch sind die Bewertungen nicht so astronomisch hoch wie Ende der 90er Jahre. 

Falls die womöglich erhöhten Erwartungen an die Nutzung und Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz nicht erfüllt werden, weil nicht jeder Kunde gewillt ist, eine stets mitdenkende KI gegenüber einer nur ausführenden Anwendung in jedem Falle auch vorziehen zu wollen, dann dürften sich die Entwicklungskosten von KI-Anwendungen am Ende eher negativ als positiv in den Bilanzen der Unternehmen bemerkbar machen.

Die Bedenken von Goldman Sachs kommen nun, Mitte Juli 2024, zu einem Zeitpunkt, der tatsächlich an der Börse eine Verschnaufpause einleiten oder gar ein für längere Zeit Bestand habendes, charttechnisches Zwischenhoch bei Aktien von Unternehmen zementieren könnte, die in Wirklichkeit für die Etablierung von KI mehr zahlen als letztendlich einnehmen werden.

Am Ende müssen wir uns eingestehen: Wir wissen nicht, wie die KI in den Bilanzen am Ende zu Buche schlagen wird. 

Zukunftsforscher lagen schon zu oft falsch, als dass wir deren Prognosen auf die Waagschale legen sollten.

 

Mancher Wandel schreibt sich in die Köpfe ein – auch die aktuelle Rotation ?

Beständig ist nur der Wandel, dieses Sprichwort trifft sicherlich auch auf die immer wiederkehrenden Rotationsbewegungen an der Börse zu. Kommt eine Rotation aber so kraftvoll und diametral umwälzend daher wie die aktuelle, dann könnte ein Wandel auch mal zu etwas führen, das sich fest in die Köpfe der Börsianer einschreibt und das sich nicht so schnell wieder verflüchtigen wird.

Ob wir einen solchen paradigmatischen Wandel aktuell sehen – auch das wissen wir jetzt nicht wirklich.

Wir nehmen die skeptischen Annahmen von Goldman Sachs zur disruptiven Kraft der KI ernst und wollen von jetzt an versuchen, diese Bedenken in den nächsten Wochen und Monaten beim Schreiben dieser Kolumne im Kopf zu behalten.

 

Wir meinen: Innere Rotation: Ja ! Trendwende im Gesamtmarkt: Nein !

Die Skepsis von Goldman Sachs Analyst Scott Rubens zum Gesamtmarkt und seine Prophezeiung einer Sommerkorrektur im August teilen wir aber nicht. 

Untermauert wird unsere Annahme von zwei Indikatoren zum Wirtschaftswachstum in den USA.

 

Zwei Wirtschaftsindikatoren lassen Zweifel an der Zinswende zu

Der GDP-Now Indikator prognostiziert für das zweite Quartal immerhin ein ordentliches Wachstum beim US-Bruttoinlandsprodukt von 2,7 %. Zyklische Unternehmen aus dem Industriesektor können weiterhin Geld verdienen, weil es an Aufträgen nicht mangelt.

Die jüngste Umfrage der Philadelphia Fed weist zudem auf das stärkste Wachstum seit mehreren Quartalen hin (der Philly Fed Index stieg von unter 10 auf 30 an) und deutet damit darauf hin, dass der Produktionszyklus in den USA unter der Oberfläche in diesem Sommer und wohl auch im gesamten zweiten Halbjahr an Fahrt gewinnen wird.

 

Wir erwarten in Kürze eine Aufwertung des US-Dollars

Der Philly-Fed-Index gilt allgemeinhin als Frühindikator für den Einkaufsmanagerindex ISM. Wenn er höher als erwartet ausfällt, führt das auf den Devisenmärkten in der Regel zu einem steigenden Kurs des US-Dollar. Umgekehrt sinkt der Kurs des US-Dollar, wenn die Analystenschätzungen deutlich verfehlt werden. 

Wir können uns weiterhin gut vorstellen, dass wir in diesem Jahr keine Zinssenkung in den USA sehen, was sich mittelfristig stützend auf den Aktienmarkt und belastend für den Anleihenmarkt auswirken würde – daher erwarten wir in Kürze auch wieder eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und anderen Währungen.

 

 

Was sehen wir unter dem Radar der großen US-Aktienindizes ?

 

Aktuell erhalten 35 von 60 beobachteten Sektor-, Branchen- und Themen ETFs den Tagesstempel “Kaufen oder Aufstocken”. Das entspricht einer Quote von 58,3 % (in der Vorwoche lag diese Quote bei 66,6 %).

Von den 35 Sektor-, Branchen- und Themen ETFs, die den Tagesstempel “Kaufen oder Aufstocken” erhalten, werden 17 ETFs vom Marktradar für diesen Montag als trendfolgend kaufbar eingestuft. In der Vorwoche erhielten 24 ETFs dieses Gütesiegel.

Nach dem Rotations-Knall vom 11. Juli erfolgte am 18. und 19. Juli im ETF für den Russell 2000 (IWM) ein Rücksetzer, der nun vor allem für Aktien, die im Russell 2000 gelistet sind und die einen ähnlichen Verlauf im Chart wie im IWM-ETF aufweisen, eine schöne “Buy the Dip” Gelegenheit eröffnen. Wir wollen unten zwei solche Buy the Dip Chancen vorstellen.

Andererseits könnten Aktien aus dem Technologiesektor, die mit einem KUV von über 10 bewertet sind nun unter Abgabedruck geraten – weil alles, was nach hoher Bewertung aussieht, nun kritischer beäugt werden wird als vor dem 11. Juli. 

Schauen wir uns dafür die beiden ETFs Russell 1000 Value Ishares  (IWD) und Russell 1000 Growth Ishares (IWF) etwas genauer an.  

Seit dem 11. Juli entwickelten diese beiden ETFs nämlich eine Divergenz, was die Performance betrifft, die ähnlich groß ist wie die zwischen Small- und MidCaps auf der einen Seite und den Large-Caps auf der anderen Seite.

 

Der Russell 1000 Value Ishares ETF (IWD) stieg seit dem 11. Juli um 2,4 %.

Der Russell 1000 Growth Ishares ETF (IWF) verlor seit dem 11. Juli hingegen 5,5 %.

 

Die Performance-Schere ist auch hier so groß, dass sie an ein historisches Ereignis grenzt. 

Die Umschichtung raus aus Growth-Aktien und rein in Value-Aktien begann also am 11. Juli und wir gehen im Moment davon aus, dass eine Outperformance von Value gegenüber Growth bis zu den US-Präsidentschaftswahlen Anfang November Bestand haben könnte.

Wir wollen daher zwei Long- und zwei Short-Chancen vorstellen, die aus den oben genannten Überlegungen erwachsen sind.

Wir beginnen mit zwei Short-Ideen. Danach folgen zwei Long-Ideen.

 

Short-Chance Nr. 1: Adobe

Reif für eine Sommerkorrektur könnte die Aktie von Adobe (ADB; Marktkapitalisierung: 240 Mrd. US-Dollar) sein. Eine saisonale Rückbetrachtung zeigt auf, dass sich bei der Aktie über eine Mittelwertberechnung die Zeit um den 22. Juli (also heute) für einen Short-Einstieg am besten lohnen würde.

Der Konzern mit Sitz in San Jose, Kalifornien, vertreibt Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme, Audio- und Videoschnitt-Software sowie Webanalyse-Tools. Einige der bekanntesten Produkte sind der PDF-Umwandler Acrobat Reader und das Bildbearbeitungsprogramm Firefly.

Zu Firefly hat das Unternehmen zuletzt Weiterentwicklungen, die auf generativer KI beruhen, vorgestellt, die bei Kunden gut angekommen sind. Die Einführung von Generative Remove in Adobe Lightroom, einem leistungsstarken, von Firefly unterstützten Tool, mit dem sich unerwünschte Objekte mit nur einem Klick zerstörungsfrei aus jedem Foto entfernen lassen, kam besonders gut an.

Das Unternehmen hat kürzlich auch neue Funktionen zum Acrobat AI Assistant hinzugefügt.

Das Unternehmen ist jedoch starkem Wettbewerbsdruck ausgesetzt, zudem hat die Federal Trade Commission (FTC) Mitte Juni bekannt gegeben, dass sie gegen den Softwarehersteller Adobe und zwei seiner Führungskräfte, Maninder Sawhney und David Wadhwani, wegen angeblicher Täuschung von Verbrauchern vorgehen wird. “Adobe hat Kunden durch versteckte Gebühren in einjährige Abonnements gelockt”, sagte Samuel Levine, Direktor des Verbraucherschutzbüros der FTC. Verbraucher bleiben in Abonnements gefangen, die sie nicht mehr wollen. Adobe verstoße mit seiner Vorgehensweise gegen US-Gesetze zum Verbraucherschutz.

Das für 2024 erwartete KUV liegt bei über 10. Damit steht die Aktie zumindest im Verdacht, überbewertet zu sein.

Wir wollen nun die PEG-Ratio (Price-Earning-Growth Ratio) für die Aktie von Adobe berechnen. Die PEG Ratio setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eines Unternehmens in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum. 

Das für 2024 erwartete KGV liegt bei etwa 40. Das Gewinnwachstum von 2024 auf 2025 wird auf etwa 20 % geschätzt. Damit ergibt sich eine PEG-Ratio von 2. Damit ist die Aktie nicht günstig (das wäre aus PEG-Ratio Sicht, wenn diese bei unter 1 liegen würde), aber auch nicht übertrieben hoch bewertet.

In Verbindung mit einem Verkaufssignal auf saisonaler Seite könnte eine temporäre Short-Spekulation auf Adobe nun gerechtfertigt sein. Saisonal würde die Aktie Anfang bis Mitte Oktober wieder Rückenwind spüren.

Schauen wir uns nun den Chart an.

Die Aktie erreichte am 10. Juli ihr letztes Allzeithoch. Das sieht nach einem perfekten Timing aus, denn der Rotationsknall erfolgte am 11. Juli. Seitdem hat sich die Aktie im Chart bereits um 5,5 % verbilligt. Das am 11. Juli ausgebildete höhere Tief wurde am 17. Juli unterschritten – auch das korreliert perfekt mit dem, was wir in den großen US-Aktienindizes sehen. 

Am 16. Juli sahen wir ein tieferes Hoch, womit wir ein Trendfrüherkennungssignal für die Short-Seite im Chart der Aktie verzeichnen können.

Die nächsten Quartalszahlen werden für Mitte September erwartet. Die Mitte Juni vorgelegten Quartalszahlen sorgten für Begeisterung bei den Anlegern, die Aktie stieg am Earning Day von 458,74 auf 525,31 US-Dollar, was einem Tagesgewinn von 14,5 % entsprach. 

Zielmarke für eine Short-Spekulation könnte die 500 US-Dollar Marke sein. Die Aktie schloss am Freitag bei 551 US-Dollar. Damit sehen wir in der Aktie ein kurzfristiges Down-Potential von etwa 10 %.

 

Short-Chance Nr. 2: Datadog

Datadog (DDOG; Marktkapitalisierung: 39 Mrd. US-Dollar) ermöglicht es Unternehmen, ihre gesamte IT-Infrastruktur zu überwachen und zu analysieren. Die Plattform von Datadog kann große Mengen an Daten in Echtzeit aufnehmen und analysieren, sodass Kunden diese für eine Vielzahl von Anwendungen in ihrem gesamten Unternehmen nutzen können.

Damit bietet Datadog etwas an, das Unternehmen dringend benötigen, sofern sie die Möglichkeiten, die die generative KI bietet, intern nutzen und weiterführend auch im Kontakt mit Kunden anwenden wollen.

Das für 2024 erwartete KUV liegt bei etwa 15. Damit scheint die Aktie auf den ersten Blick hoch bewertet zu sein.

Wir wollen auch für diese Aktie die PEG-Ratio berechnen. Das für 2024 erwartete KGV liegt bei etwa 400. Das Gewinnwachstum von 2024 auf 2025 wird auf etwa 30 % geschätzt. Damit ergibt sich eine PEG-Ratio von 13, womit die Aktie hochgradig überbewertet zu sein scheint. 

Datadog ist erst seit September 2019 an der Börse gelistet und konnte seit dem IPO um knapp 200 % steigen – Schlusskurs am Freitag: 119,03 US-Dollar. Das Allzeithoch erreichte die Aktie im November 2021 bei knapp 200 US-Dollar. Vermutlich ist die hohe Bewertung daran Schuld, dass die Aktie seitdem keine neuen Allzeithochs mehr erreichen konnte und aktuell immer noch 40 % unter dem Allzeithoch notiert. 

Von 2025 auf 2026 erwarten Analysten allerdings einen Gewinnsprung von 200 %. Vermutlich ist es diese Aussicht, die eine so hohe Bewertung aus Sicht von Growth-Investoren immer noch rechtfertigen würde. In Zeiten, wo Value-Investoren aber das Ruder innehaben, dürften gute Wachstumsaussichten in der Zukunft weniger ausschlaggebend sein als in Zeiten, wo Growth-Investoren das Ruder innehaben. 

Wie auch bei Adobe bildete Datadog am 16. Juli ein tieferes Hoch aus und unterschreitete am 17. Juli ein zuvor ausgebildetes höheres Tief. 

Die nächsten Quartalszahlen sollen am 8. August vorgelegt werden.

Am 7. Mai hatte Datadog exzellente Quartalszahlen vorgelegt, die die bereits hohen Erwartungen deutlich schlagen konnten. Operativ läuft es im Unternehmen also bestens.

Anleger verkauften die Aktie aber nach Bekanntgabe der wirklich starken Quartalszahlen, die auch einen Ausblick lieferten, der eigentlich nichts zu wünschen übrig ließ. Offenbar war Sell on Good News das, auf das einige Anleger gewartet hatten. Wer die Aktie nach den Earnings am 7. Mai aber verkauft hatte, dürfte danach nicht wirklich glücklich über diese Entscheidung gewesen sein, denn die Aktie stieg seitdem nach oben und notiert aktuell – trotz einer Korrektur seit dem 5. Juli von etwa 11 % immer noch 6 % über dem Schlusskurs vom Tag der am 7. Mai vorgelegten Quartalszahlen.

Offensichtlich verhindert die hohe Bewertung dieser Aktie hohe Kurssprünge nach positiven News, so dass die Aktie in Phasen, wo Growth-Aktien kritisch beäugt werden, es noch schwerer haben wird, nach guten News bei Investoren auf Kaufinteresse zu stoßen.

Zielmarke für eine Short-Spekulation könnte der Bereich zwischen 100 und 110 US-Dollar sein. 

 

Buy the Dip Chance Nr. 1: Inter Parfums

Inter Parfums Inc. (IPAR; Marktkapitalisierung: 4 Mrd. US-Dollar) ist im Russell 2000 vertreten und verlor seit Jahresbeginn knapp 13 % an Wert. 

Inter Parfums ist im Parfümgeschäft tätig und produziert, vermarktet und vertreibt vorwiegend Parfums. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in Europa unter den Markennamen JIMMY CHOO, Karl Lagerfeld, Lacoste, Montblanc und anderen; in den USA unter den Markennamen DKNY, Ferragamo, Guess, Hollister und anderen. Geschäftssitz des Unternehmens ist New York.

Infolge des Rotationsknalls stieg die Aktie am 11. und 12. Juli innerhalb von zwei Handelstagen um mehr als 10 %. Seit Ende 2023 bewegt sich die Aktie meistens innerhalb einer Seitwärtsrange, die sich zwischen 118 und 155 US-Dollar verorten lässt – Schlusskurs am Freitag: 123,94 US-Dollar, also nahe der unteren Range. Im April dieses Jahres fiel die Aktie unter 118 US-Dollar und pendelte etwa 10 Wochen zwischen 108 und 118 US-Dollar. Infolge des  Rotationsknalls konnte die Aktie nun in die alte Range zurückkehren und bietet für diesen Montag eine Buy the Dip Chance für Trader. Investoren könnten darauf spekulieren, dass die Aktie irgendwann die obere Range um 155 US-Dollar antesten wird, was einem aktuellen Aufwärtspotential von 25 % entsprechen würde.

Das KGV für dieses Jahr liegt bei 24. In den letzten neun Jahren wurden der Aktie KGVs zwischen 22 und 40 zugestanden, so dass Value-Investoren die Aktie in der unteren Spanne ihrer historischen Bewertungsskala vorfinden, was so manchen Investor nun zum Aufstocken animieren könnte. Außerdem zeigt die Charttechnik nun grünes Licht für das Ende der Phase schwacher Duftnoten im börslichen Handel an – sprich: der Rutsch unter 118 US-Dollar könnte sich nun als Fehlsignal entpuppen und die Aktie kann sich in den nächsten Monaten wieder innerhalb ihrer Range zwischen 118 und 155 US-Dollar bewegen.

Das Unternehmen zeichnet sich durch eine operative Marge von etwa 20 % und eine Eigenkapitalquote von 50 % aus.

Die Aktienanalysten von Jefferies haben die Aktie am 12. Juli von “Hold” auf “Buy” hochgestuft und nennen ein Kursziel von 140 US-Dollar.

 

Buy the Dip Chance Nr. 2: SPS Commerce

Das ebenfalls im Russell 2000 gelistete Unternehmen SPS Commerce Inc. (SPSC; Marktkapitalisierung: 7,5 Mrd. US-Dollar) ist ein IT-Dienststleister, der sich um das Management von Lieferketten und Lagerbeständen für Kunden aus den Bereichen Einzelhandel, Lebensmittel, Transport und Logistik kümmert. Die Lösungen werden über die SPS Commerce-Plattform bereitgestellt und bieten den Kunden Integrationen und Analysen um den Vertrieb und die Verwahrung von Waren an. SPS Commerce erzielt Einnahmen aus wiederkehrenden monatlichen Gebühren und Einrichtungsgebühren, so dass zyklische Schwankungen bei Umsatz und Gewinn diesen IT-Dienstleister nur in sehr geringem Maße in Schieflage bringen können. Seit nunmehr 15 Jahren konnte das Unternehmen seine eingenommenen Umsätze stetig steigern, was auch dem Börsenkurs anzumerken ist: Die Aktie zeichnet sich dafür, dass sie dem Bereich Software zuzuordnen ist, durch eine vergleichsweise geringe Schwankungsanfälligkeit aus.

Zudem zeigt die saisonale Rückschau auf, dass die Aktie zwischen Ende Juli und Mitte Oktober in der Vergangenheit ihre stärksten Phasen an der Börse hatte, was auch ein Zeichen dafür ist, wie unbeirrt die Aktie auch in schwachen Börsenphasen gegen den Trend zu steigen in der Vergangenheit in der Lage war.

SPS Commerce wird allerdings am kommenden Donnerstag neue Quartalszahlen vorlegen. Da diese in der Regel keine großen Überraschungen liefern, dürfte sich die Volatilität am Earning Day in Grenzen halten.

Die Kursziele der Analysten bewegen sich in der Spanne zwischen 200 und 220 US-Dollar. Da die Aktie am Freitag bei 202,24 US-Dollar schloss, bewegt sich die Aktie in der unteren Spanne dieser Kursziele. 

SPS Commerce stieg infolge des Rotationsknalls in vier Handelstagen um etwa 10 %. Am Donnerstag sahen wir dann den Rücksetzer, der nun zu einem Buy the Dip Trade einlädt. Die Aktie dürfte weiter nach oben laufen, sofern der Russell 2000 dies auch tut. Tut der Russell 2000 das nicht, könnten Trader die Position unter der Marke von 200 US-Dollar mit einem Stopp-Loss absichern. 

Investoren, die in dieser Aktie bereits drin sind, tun am besten nichts. Als Dauerläufer ist dieser Small-Cap praktisch gesetzt und damit für Buy and Hold Fans bestens geeignet.

 

Trades aus der vergangenen Woche im Musterdepot und weiteres geplante Vorgehen

 

In der vergangenen Handelswoche haben wir zahlreiche Trades durchgeführt, dabei haben wir uns sowohl von Positionen verabschiedet als auch neue Positionen aufgesetzt. Interessierte können die Trades auf wikifolio.com verfolgen, indem sie zum Beispiel im Suchfeld “Marktradar” eingeben.

Unser Musterdepot verlor in der vergangenen Handelswoche mehr als 3 % und schloss auf einem Allzeittief. Das gefällt uns natürlich gar nicht und wir arbeiten daran, zukünftig bessere Renditen zu erzielen.

Die Gründe für die schwache Entwicklung sind vielfältig. In erster Linie war natürlich die immer noch relativ hohe Positionierung in Aktien von KI-Profiteuren für die schwache Wochenperformance verantwortlich. Auch hat sich unsere Umschichtung – raus aus Gold- und Silberminen und rein in Aktien aus dem Bereich Healthcare und hier insbesondere Diagnostik – bisher nicht wirklich so zu unseren Gunsten entwickelt wie von uns erhofft.

Unsere mit Abstand größte Position ist aktuell die Aktie der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Am kommenden Dienstag wird das Unternehmen neue Quartalszahlen vorlegen. Wir spekulieren auf eine positive Reaktion auf die Quartalszahlen, zumal die Kursschwäche von letzter Woche schon viel Negatives vorweggenommen haben dürfte.

Wir erwarten kurzfristig einen Rebound bei den meisten unserer Aktienpositionen und planen nach den Alphabet-Zahlen unser Aktienportfolio neu auszurichten.

Wir haben einige neue Aktien gekauft, darunter die in der Vorwoche in der Marktradar-Kolumne vorgestellten Aktien von Transmedics und Staar Surgical.

Bei unseren Rohstoffspekulationen auf Kupfer und Weizen haben wir die Verluste realisiert. Dafür konnten wir zwei schöne Trading-Gewinne über Hebelprodukte mit den Aktien von Deere & Co. und Sempra Energy realisieren.

Wir haben Short-Positionen auf Marvell Technology, Salesforce und Starbucks eröffnet und bleiben weiterhin in der Aktie von Mercedes-Benz Short positioniert.

Infolge der am 11. Juli begonnenen Inneren Rotation, die durchaus für einige Woche einen paradigmatischen Wechsel in der Branchen-Favorisierung verursachen könnte, kann es sein, dass wir Positionen in Aktien von KI Profiteuren temporär etwas reduzieren werden, um Platz für andere Branchen zu machen, von denen wir nun mehr Rückenwind infolge des Rotationsknalls vom 11. Juli erwarten. 

Als Earning Trade halten wir aktuell die Aktien von Netflix (werden wir am Montag verkaufen und danach direkt eine Short-Position auf Netflix eröffnen), Alphabet, Rollins, Commvault Systems, Arista Networks, Regeneron Pharmaceuticals. Alphabet und Manhattan Associates werden am 23. Juli, Rollins am 24. Juli neue Quartalszahlen vorlegen. Die anderen drei Aktien sind dann ab dem 30. Juli an der Reihe. 

Aktuell sind wir trendfolgend in den Aktien von Alphabet, Gea Group, IES Holdings, Moody’s, Robinhood Markets dabei.

Über Swing-Trades halten wir aktuell die deutschen Aktien TAG Immobilien, Vonovia und Zeal Networks.

Über Faktor-Zertifikate sind wir in der Assetklasse Volatilität (VIX Future) aktiv. Wir sind hier aktuell Vola Short positioniert, haben in der vergangenen Woche Gewinne in Vola Long-Positionen realisiert.

 

Hinweis:

Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass die Kolumne “Marktradar” ausschließlich Informationszwecken dient und in keinem Fall Empfehlungen zum Kauf von Aktien oder anderen Wertpapieren darstellen. Ich gebe hier ausschließlich meine eigene Meinung wieder und berate niemanden. Die hier vorgetragenen Ideen können vom Autor aktiv in seinen privaten Depots (inklusive wikifolios) umgesetzt werden oder auch nicht. Interessenkonflikte können in jedem Fall und jederzeit bestehen. Auch wenn ich die Kolumne nach bestem Wissen und Gewissen schreibe, können jederzeit Fehler auftauchen. Die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Nutzung der von mir veröffentlichten Ausführungen für eine Anlageentscheidung resultieren können, ist kategorisch ausgeschlossen. Ich lehne jegliche Haftung für allfällige Verluste oder Schäden irgendwelcher Art ab, die direkt oder indirekt durch die Benutzung des Inhalts entstehen.



Seit 2014 ist Stefan Pröhl bei wikifolio aktiv. Dort setzt er Rotationsmodelle auf Wochen-, Monats- oder Quartalsbasis um.

Die Idee zum Marktradar ist entstanden, weil ihm bisher ein vernünftiges Modell fehlte, mit dem er sich täglich einen schnellen Überblick verschaffen kann, in welche Sektoren und Branchen gerade Kapital hineinfließt und aus welchen gerade Kapital abgezogen wird.

Mit dem von ihm entwickelten “Marktradar” kann er täglich für jeden Sektor bzw. jede Branche fünf Tagesstempel vergeben: “Kaufen oder Aufstocken”, “Buy the dip ?”, “Bodenbildung oder Seitwärts”, “Abwarten oder auf Sell Off spekulieren”, “Unter Beobachtung”.

Diese “Top Down” Analyse gibt ihm täglich wichtige Hinweise und Tipps zur Intermarketanalyse. Mit dem Schreiben dieser Kolumne dokumentiert er auf hoffentlich auch etwas unterhaltsame Weise die Tipps und Hinweise, die ihm der Marktradar liefert.

Mit jedem Wissen entsteht auch Unwissen. Nur so kann Stillstand, Leere, Einrosten im Kopf verhindert werden. Täglich gibt es Neues zu entdecken und täglich werden Überzeugungen revidiert. Das ist das Mindset, dem auch diese Kolumne folgt.

 

https://www.wikifolio.com/de/de/w/wfmarktrad

 

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